Bergsee und Gebirge in Tristaina Andorra

Andorra: Urlaub im Wanderparadies der Pyrenäen

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Bergsee und Gebirge in Tristaina Andorra

Urlaub in Andorra. Klang schon mal interessant da ich noch nie in einem Zwergstaat Urlaub gemacht hatte. Zugegebenermaßen musste ich erstmal googeln wo Andorra auch wieder genau liegt… Es stellte sich heraus: Genau zwischen Spanien und Frankreich, in den Pyrenäen.  Bei Berge&Meer gab es eine interessante Rundreise mit einer schönen Mischung aus Natur und Kultur und so war der Teil vom Sommerurlaub 2019 schnell gebucht. 

Stichwort Andorra

  • Einwohnerzahl Andorra: etwa 77.000
  • Amtssprache: Katalanisch
  • Hauptstadt: Andorra la Vella
  • Fläche: 468 km2 
  • Andorra ist kein EU-Mitglied…aber:
  • Währung: Euro
  • Höchster Berg: Coma Pedrosa 2942 m

Wander- und Bikeparadies Andorra

Andorra ist zwar ein kleines Land, hat aber eine Menge Natur zu bieten. Perfekt für Wander- oder Biketouren, oder im Winter auch Skifahren. Über ein Drittel von Andorra liegt sogar über der Waldgrenze. Dennoch ist die Natur abwechslungsreich und auf unsere Wanderungen haben wir wunderbare Blumenwiesen wie auch kristallklare Bächlein und kleine Bergseen gesehen. 

Da in Andorra Hochgebirgsklima herrscht sollte man auf kühlere Temperaturen vorbereitet sein. Allerdings war es in dem Sommer wo wir da waren sehr heiß, bis zu 40 C… Das ist aber für Andorra sehr ungewöhnlich sagte unser Reiseleiter. Mai und Juni sind die Niederschlagsreichsten Monaten.  

Kurze Geschichte des Fürstentums Andorra

Die Gemeinden von Andorra wurden Anfang des 9.Jahrhunderts zum ersten mal erwähnt und als Besitz des Grafen von Urgell festgelegt. Wenn man von Barcelona nach Andorra fährt kommt man an La Seu d’Urgell vorbei, man sieht die große Kathedrale schon im vorbeifahren. Später ging Andorra an den Bischof von Urgell über der aber der Familie Caboet die Verwaltung überließ. Diese Familie bekam dafür Lehen in Andorra und wurde durch Heirat 1202 verbunden mit dem französischen Grafen von Foix. Das Eigentum der Caboet Familie ging somit über in das Eigentum der Foix Familie. Selbstverständlich hatte diese mächtige Familie wenig Interesse daran zum Vasallen des Bischofs von Urgell zu werden, also gab es immer wieder Konflikte. 

1278 wurde der Konflikt endlich gelöst als beide Parteien den Pareatges-Vertrag unterschrieben. Diesen Vertrag legte fest das beide gleichberechtigte Herrscher über Andorra sind. Als der letzte Graf von Foix König von Frankreich wurde ging auch Andorra über zum französischen Staatsoberhaupt. Und so ist es noch immer. Der Bischof von Urgell und das Staatsoberhaupt Frankreichs teilen sich das Fürstentum, seit 1993 nur noch rein repräsentativ. Seit dem Jahr gibt es endlich eine Trennung der legislativen, exekutiven und judikativen Gewalt in Andorra.

Gedenktafel Pareatges-Vertrag in Andorra la Vella
Gedenkstein Pareatges-Vertrag 1278-1978, neben dem Casa de la Vall

Anreise

Da wir eine organisierte Rundreise gebucht hatten war der Flug inklusive und ging ab Flughafen Düsseldorf. Obwohl der Flug erst gegen 17.00Uhr war sind wir schon am Tag vorher angereist aus Kiel und haben in der Nähe vom Bahnhof übernachtet im Hotel Bellevue. Das war sehr entspannt und es war unkompliziert von da mit dem Bus zum Flughafen zu fahren. Da Andorra keinen richtigen eigenen Flughafen hat, reisen die meisten Touristen über Barcelona ein, so auch wir. Ab Düsseldorf dauert der Flug etwa 2 St. 20 Min. 

Am Flughafen verlief alles flott und wir saßen alle pünktlich im Flugzeug. Und dann warteten und warteten wir… Es war sehr warm im Flugzeug und wurde deswegen recht schnell unangenehm. Dann kam die Ansage das wir leider noch nicht starten durften… Insgesamt haben wir eine Stunde im Flugzeug gewartet bis es endlich losging. 

Am Flughafen wurden wir schon erwartet von unserem Reiseleiter David. Wir hatten sehr viel Glück weil unsere Gruppe nur 19 Personen hatte, die Woche davor waren es noch 34 gewesen. Nicht nur ist mehr Platz im Bus, sondern man kommt auch einfach schneller voran wenn nur 19 Personen ein- und aussteigen müssen, statt 34…

Da unser Flugzeug eine Stunde Verspätung hatte, und die Fahrt vom Flughafen in Barcelona zum Hotel in Andorra auch nochmal drei Stunden gedauert hat, waren wir erst kurz nach 24 Uhr im Hotel. 

Hotel Del Pui

Das Hotel liegt nur 30m von der Seilbahn Vallnord, direkt an der Hauptstraße. Was ein Vorteil und gleichzeitig Nachteil ist. Das Hotel liegt sehr zentral, aber die Straße ist laut. Was nachts nicht stört weil eh weniger Verkehr ist und wenn man die Fenster zu hat ist es auch leise im Zimmer. Leider kann man wegen dem Straßenlärm den schönen Balkon nicht wirklich nutzen… 

Das Zimmer das wir hatten war nicht sehr großzügig, aber neu und sehr sauber. Der Frühstückssaal dagegen war groß und man hatte wirklich Platz, sowohl am Buffet als auch im Raum. Das Frühstück war sehr gut. Es gab nicht nur viel Auswahl, sondern auch ein gute Qualität. Ich habe mich besonders über die frische Ananas gefreut…  Das Einzige was ein bisschen ungünstig war: Die Kaffeemaschine. Sie war sehr langsam und wenn der Frühstücksraum gut besetzt war gab es immer eine ordentliche Schlange…

Der Eisenweg 

Schild Eisenweg Andorra

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus als erstes nach Llorts, wo der Ruta del Ferro, oder Eisenweg, beginnt. Der Eisenweg ist eine 4km lange Route die die Geschichte der Metallindustrie in Andorra erzählt. Auch wenn man sich weiter nicht besonders für Eisen interessiert ist es einen netter und leichter Spaziergang. Der Weg ist schön und einfach zu folgen, auch geeignet für Kinder oder ältere Menschen, und hin und wieder gibt es Skulpturen (aus Eisen, selbstverständlich) oder Information über die Metallindustrie. 

Der Eisenweg endet in Cortinada. Da sollte man auf jeden Fall noch die Martinskirche besuchen. Gebaut im 12. Jahrhundert und später erweitert ist die Kirche klein aber fein.

Tabakmuseum in Sant Julia de Loria

Tabakpflanzen in Andorra

Weiter ging es nach Sant Julia de Loria zum Tabakmuseum. Obwohl der Tabakanbau nicht mehr so wichtig ist wie vor hundert Jahren lohnt es sich offenbar immer noch, man sieht überall in Andorra Tabakfelder.


Das Museum befindet sich in der ehemaligen Tabakfabrik der Familie Reig, einer der einflussreichsten Familien in Andorra. Man erfährt manches über den Anbau der Tabakpflanzen, die Herstellungen der Zigaretten, und auch den Transport in die weite Welt. Die Tabakanbau ist immer noch sehr lukrativ. Es werden große Gewinne eingefahren, aber es ist auch Risikobehaftet. Wenn mal wirklich schlechtes Wetter ist (vor allem Hagel) kann es sein das man die ganze Ernte für das Jahr verliert.

 Das Museum ist schön gestaltet und obwohl es nicht groß ist braucht man ein bisschen Zeit sich alles in Ruhe anzugucken. Außer der permanenten Ausstellung gibt es auch noch Räume wo wechselnde Ausstellungen sind, die auch nicht unbedingt mit Tabak zu tun haben. Als wir da waren war ein Austellung vom Fotografen Robert Capa. Da wir mit der Gruppe weiter mussten hatten wir leider keine Zeit die Ausstellung in Ruhe anzugucken. Das war sehr schade, die Fotos waren großartig und interessant.  

Etwa 100 m vom Tabakmuseum gibt es eine interessante Kirche: Sant Julià i Sant Germà. Innen ist die Kirche neu gestaltet in weiß mit viel Mosaiksteinen in warmen Gelbtönen, alles sehr schön aufeinander abgestimmt. Der Entwurf stammt von Marko Ivan Rupnik, ein Theologe, Priester, und bildender Künstler. Seine Mosaikentwürfe sind sogar im Vatikan zu bewundern. Manchen Leuten ist es vielleicht zu bunt, aber ich fand es eine sehr schöne und besondere Stimmung. 

In Andorra gibt es zwar Religionsfreiheit, aber es dürfen nur katholische Kirchen gebaut werden, alles andere ist verboten.

Das Parlamentsgebäude in Andorra La Vella

Parlamentsgebäude (alt) ind Andorra la Vella

Nächster Halt war Andorra la Vella, in der Mittagshitze. Wir würden bei diesem Besuch nur das Parlamentsgebäude besichtigen. Die beiden Parlamentsgebäuden, sowohl das Alte als auch das Neue, liegen im Zentrum der Stadt. Sie liegen nebeneinander am selben Platz. Das alte Parlament, das Casa de la Vall, wurde ursprünglich als Patrizierhaus erbaut in 1580. Schon 1702 wurde es gekauft vom Vorläufer des Generalrats (Consell de la Terra). Das ganze Gebäude ist ziemlich beengt, aber sehr schön mit Holz gestaltet. Es gibt nur Platz für 28 Ratsherren/Ratsfrauen, nämlich vier pro Provinz. Mittlerweile hat Andorra sowohl eine Kanzlerin als auch Vizekanzlerin und im Parlament selber ist es ebenfalls ziemlich gut ausgeglichen zwischen Männern und Frauen. 

Das neue Gebäude ist eine schöne Mischung aus dem alten Stein wie im Casa de la Vall aber mit großen Glasfronten dem Ganzen eine moderne Ansicht verleihen. Außerdem ist das neue Gebäude selbstverständlich wesentlich großzügiger räumlich…

Weinkellerei Casa Auvignyà

Letzter Programmpunkt für den Tag war ein Besuch an die Weinkellerei Casa Auvinyà. Zuerst gab es eine kleine Führung durch den Familienbetrieb. Der Vater ist eigentlich eher im Tabakanbau unterwegs, finanziert aber damit teilweise die Entwicklung der Weinkellerei der jüngeren Generation. Es ist ein recht junger Betrieb, und obwohl sie das noch nicht lange machen und keine Erfahrung mit Weinbau hatten, haben sie schon einige Preise gewonnen. Sie produzieren nur 3 Sorten Wein, pro Sorte nur 1000 Flaschen im Jahr. Dementsprechend sind die Weine natürlich nicht besonders günstig. 

Im Anschluss an die Führung gab es natürlich eine kleine Weinprobe. Wir haben den Weißwein probiert. Der war nicht so ganz mein Geschmack aber schmeckte schon sehr interessant. Am Anfang fand ich ihn zitronig/frisch, später schmeckte er ein bisschen mehr nach Aprikose. Den Rotwein haben wir nicht probiert… 

Essen in Prat Gran

Zurück in La Massana war dann auch Zeit was zu essen. Ein paar hundert Meter vom Hotel wurden wir fündig bei Prat Gran. Das Restaurant liegt ein bisschen außerhalb vom Zentrum direkt an einem Park wo es einen großen Spielplatz für Kinder gibt. Die Terrasse ist groß und war nicht sehr voll als wir da waren. Obwohl viele Familien mit Kindern da waren war es ruhig auf der Terrasse. Eine sehr nette und entspannte Stimmung für alle. 

Das Personal war sehr freundlich und wir wurden gut beraten. Wenn schon nicht aus Andorra kann man wenigstens katalanisches Bier trinken, also haben wir Estrella gewählt. Ich bin gar nicht so ein Biertrinker, aber das hat mir bei dem warmen Wetter gut geschmeckt. 

Auch das Essen war sehr schmackhaft und es gab eine interessante Auswahl an Gerichte. Vor allem die Iberico Kroketten und ein Gericht mit Grünkohl waren sehr lecker. Als Nachtisch gab es Illa Flotant, schon alleine wegen dem Namen: schwimmende Insel. Das war Eischnee in Vanillesauce mit Karamell darüber…sehr lecker und erstaunlich leicht. 

Am nächsten Tag stand unsere erste Wanderung in Andorra auf dem Plan: Auf zum Tristainatal!


Andorra Reise

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