Alexander Newski Kathedrale Sofia

Sofia: Bulgariens unbekannte Hauptstadt

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Alexander Newski Kathedrale Sofia

Obwohl Sofia eine der ältesten Städte Europas ist, ist Bulgariens Hauptstadt noch weitgehend unbekannt als Reiseziel. Diese interessante und vielfältige Stadt hat aber mehr Aufmerksamkeit verdient. Es gibt einiges zu erleben in dieser, nicht unbedingt auf den ersten Blick, sympathischen Stadt.

In den äußeren Bezirken reiht sich Plattenbau an ganze neue Stadtteile die man auf einer Karte noch nicht findet weil schneller gebaut wurde als man aufzeichnen konnte. Im Zentrum von Sofia dagegen findet man Gegensätze: Wunderbar renovierte Häusern neben Häuser die fast in sich zusammenfallen. Das leuchtend gelbe Pflaster um den Königspalast, und Straßen wo man dauernd auf seine Füße gucken muß um nicht in irgendein Loch zu treten.  

Aber trotz aller Probleme die die Stadt (und auch das Land als Ganzes) hat, es hat auch was Aufrichtiges. Es ist noch nicht überrannt von Touristen. Die Stadt zeigt sich offen, mit ihren Stärken und Schwächen. 

Sofia hat ein reiches Kulturleben (wovon wir leider im Sommer nicht soviel mitbekommen haben) und unzählige schöne, gemütliche, coole, leckere, überraschende Cafes und Restaurants wo man es sich gutgehen lassen kann. 

 Mit dem Hausberg Vitosha direkt nebenan ist auch ein Wander- und Kletterparadies nicht weit, wie auch im Winter verschiedene Wintersportmöglichkeiten. Aber fangen wir am Anfang an…

Stichwörter Sofia

  • Hauptstadt Bulgariens
  • 1.4 Millionen Einwohner
  • wahrscheinlich schon 8000 v.Chr. gab es eine Siedlung an der Stelle
  • etwa 50 Mineral- und Thermalquellen in Sofia und Umgebung
  • Boris Christow (ein berühmter Opernsänger) ist in der Alexander Nevski Kathedrale begraben

Das Wetter in Sofia

Im Winter muß man durchaus mit Schnee rechnen und ist es recht kalt. Ab April wird es dann langsam angenehm und im Sommer kann es ziemlich warm werden. Allerdings kühlt es meistens am Abend wieder ein bisschen ab weil Sofia ziemlich hoch liegt (550 m). In Mai und Juni kann es ordentlich regnen. Bis Oktober ist es noch warm, ab November wird es langsam kälter bis in Dezember die richtigen Wintertemperaturen anfangen. Sofia hat die zweifelhafte Ehre die meisten Nebeltage zu haben (33 pro Jahr).

Anreise nach Sofia

Flugzeug

Der einfachste Weg ist mit dem Flugzeug. Es gibt direkte Flüge ab Deutschland. Zum Beispiel ab Dortmund, der Flug dauert dann etwa 2,5 Stunden

Sofia Flughafen Transfer 

U-Bahn

Transfer vom Flughafen ist ebenfalls sehr leicht. Die U-Bahnlinie 1 fährt ab dem Flughafen (nur Terminal 2!) einmal quer durch Sofias Zentrum. Wenn man in der Mitte vom Zentrum aussteigen möchte wäre das Haltestelle Serdika. Die Fahrt dauert eine knappe halbe Stunde. Je nachdem welches Hotel man gebucht hat könnte eine andere Haltestelle auch sinnvoll sein. Ein Ticket kostet 1,60 lv (ungefähr 0,80 Euro) und man kann es entweder am Schalter oder am Automaten kaufen. Eine Zehnerkarte (mit einer elektronischen Karte, kostet 1 lv und kann man drei Jahre lang immer wieder aufladen)  kostet 12 lv, eine Tageskarte 4 lv. Da wir fast überall zu Fuß hingegangen sind lohnte sich eine Tageskarte oder Zehnerkarte für uns nicht.

Bus

Bus 84 und 184 fährt ebenfalls ins Zentrum (Haltestelle Orlov Most). Ein Ticket kostet ungefähr genauso viel wie für die U-Bahn. Der Bus fährt allerdings zu beiden Terminals. Die Fahrt dauert ein bisschen über 30 Minuten.  

Sowohl im Bus wie auch in der U-Bahn muß man ein neues Ticket lösen wenn man umsteigt. Und auch größeres Gepäck braucht ein eigenes Ticket.

Taxi oder Shuttledienst

Die bequemste Lösung ist ein Taxi oder Shuttledienst. Es gibt Hotels die einen Shuttledienst anbieten, aber sonst ist ein Taxi in Sofia sehr günstig. Transport vom Flughafen zum Zentrum kostet etwa 15 lv. Vorsicht aber bei der Auswahl: vertrauenswürdig sind Taxis von OK Supertrans. Das ist auch die einzige Taxifirma der am Flughafen arbeiten darf. 

Zug oder Bus

Man kann auch mit dem Zug oder Bus nach Sofia fahren, das ist aber von Deutschland aus umständlich und zeitraubend. Kann aber interessant werden wenn man Zeit hat und andere Städte auf der Route mit einplant (zum Beispiel Budapest). 

Unsere Anreise nach Sofia verlief aber vom Rila Kloster (siehe: Von Melnik zum grossartigen Rila Kloster). Wir wurden mit dem Shuttlebus nach Sofia gefahren. Der Fahrer war sogar so nett uns an unserem Hotel raus zu lassen, statt wie im Fahrplan am Newski Platz. Das erleichterte unsere Ankunft ungemein… 

Tolle Lage: Hotel Niky

Wir wurden im Hotel Niky sehr freundlich empfangen und waren froh das es einen Aufzug gab, da unser Zimmer ziemlich weit oben lag. Das Hotel liegt in einer ruhigen Seitenstraße aber trotzdem mitten im Zentrum. Vitosha Boulevard liegt nur 200m vom Hotel. Gerade abends sind da viele Leute unterwegs noch ein Eis zu essen, einen Cocktail zu trinken, oder sich einfach ein bisschen treiben zu lassen.  

Das Zimmer war gut und sauber, und bei dem Preis kann man bei so eine tolle Lage nicht meckern. Einen Wasserkocher gab es auch, also unsere Teezufuhr war gesichert. Das günstigste Doppelzimmer kostet 45 Euro die Nacht inklusive Frühstück (2021).

Das Frühstück war in Ordnung, nur den Frühstücksraum selber fand ich nicht so gemütlich. Wir durften damals aber auch frühstücken im Wintergarten. Der Wintergarten ist eigentlich ein Restaurant was zum Hotel Niky gehört. Das Essen im Restaurant haben wir nicht ausprobiert, aber der Raum ist sehr angenehm. 

Vitosha Boulevard am Abend

Wir waren spät am Nachmittag im Hotel und sind am Abend noch ein bisschen spazieren gegangen. Die Stimmung am Vitosha Boulevard war so schön entspannt und sommerlich. Es gab viele bulgarische Familien die da den Sommertag haben ausklingen lassen. Viele Kinder, auch später am Abend, die rum rannten oder Straßenkünstler zuguckten. Einfach eine gemütliche Stimmung. 

Vitosha Boulevard ist eine ziemlich lange Straße insgesamt. Wichtig für uns war aber die Fußgängerzone die zwischen der U-Bahnhaltestelle NDK und dem Justizpalast verläuft. In der Fußgängerzone gibt es viele Geschäfte, Restaurants, Cafes usw. Es ist natürlich ein bisschen teurer als in andere Ecken von Sofia, aber alles im Rahmen. In der Nähe vom Justizpalast findet man dann (auch in den Seitenstraßen) die großen Namen wie Cartier, Marc Cain, Versace. 

Der Boulevard ist übrigens nach dem Hausberg von Sofia benannt. Passenderweise geben die Häuser am Vitosha Boulevard einen großartigen Rahmen ab für den Berg den man am Ende vom Horizont sehen kann. Im Sommer schon hübsch, aber im Frühling wenn noch Schnee auf dem Berg liegt bestimmt noch schöner…

Restaurant Confetti

Terrasse Confetti in Sofia am Abend

Zufälligerweise kamen wir am Confetti vorbei und die Terrasse sah sehr ansprechend aus. Obwohl es rappelvoll war draußen haben wir noch ein Plätzchen auf der Terrasse ergattern können. Lustigerweise verläuft in der Mitte ein Holzsteg nach hinten ins Restaurant rein. Es ist sehr amüsant Gäste und Mitarbeiter dabei zuzugucken wie sie drüber gehen, sieht ein bisschen aus wie eine Art Modenschau… 

Das Essen war lecker und vielfältig und ist hauptsächlich Italien orientiert. Was man auch unbedingt probieren sollte: Eis! Es gibt viele interessante und leckere Sorten. Es dauert bis man sich durch das ganze Angebot probiert hat… 

Vitosha Berg

Selber wären wir nicht auf die Idee gekommen, aber der Tipp von Frau Yotova (unsere Betreuerin bei Odysseia-In Reisen) stellte sich als genau das Richtige für uns raus: Mit dem Seilbahn hoch auf den Vitosha Berg (2290 m). 

Aussicht auf Sofia vom Berg Vitosha, lila Blumen im Vordergrund

Wie kommt man zur Seilbahn Simeonova

Ein Ticket für die U-Bahn kaufen war unkompliziert und ging recht flott. Wir fuhren schnell bis zur Endhaltestelle Vitosha. Die Haltestelle liegt quasi unter dem Einkaufszentrum ‘Paradise Center’ und man kann auch direkt von unten in das Einkaufszentrum. Wir gingen aber raus weil neben dem Paradise Center die Bushaltestelle liegt wo der Bus zur Simeonova Seilbahn hält. Die Bushaltestelle war schnell gefunden, eine elektronische Anzeige zeigte dass der Bus bald kommen würde….und dann passierte nichts mehr… Die Leute sammelten sich mehr und mehr, aber es kam nichts. Als wir schon fast gehen wollten weil wir dachten es kommt kein Bus mehr kam plötzlich doch noch Bus 122

Ein Ticket kann man einfach beim Fahrer kaufen, und die Seilbahn ist Endstation für Bus 122, man muß also nicht so aufpassen wo man aussteigt. Ich schätze die ganze Fahrt ab Zentrum hätte nur 45 Minuten gebraucht wenn wir direkt in den Bus hätten einsteigen können.

Gipfel Vitosha, blaue Himmel und eine Wolke

Da das Wetter so wunderbar war, und Wochenende (die Seilbahn hat im Sommer nur am Samstag, Sonntag und an Feiertagen auf) stand schon eine Schlange vor der Kasse bis draußen… Nach einer halben Stunde waren wir aber doch dran. Die Fahrt nach oben war schön, und erst dann sieht man wie groß Sofia wirklich ist… Die Aussicht von oben war traumhaft. Da wir nicht wandern gehen wollten haben wir ein Retour Ticket gekauft (14 lv, ungefähr 7 Euro/2018). 

Wir sind bei der oberen Station ausgestiegen. Es war schon ziemlich voll, aber das verläuft sich schnell wenn man ein bisschen spazieren geht. Wir sind nach links losgelaufen, da gibt es erstmal ein paar Restaurants/Hütten und eine kleine Kapelle mit atemberaubender Aussicht. Wir sind einfach den Weg für eine halbe Stunde gegangen. Durch Blumenwiesen, Felsen, Bäume, Beerensträucher, und immer wieder tolle Ausblicke. Im Winter ist es bestimmt auch sehr schön, sogar wenn man nicht skifahren möchte. 

Kapelle auf Vitosha Berg

Frische Forelle und Hühnersuppe in Gasthof Moten

Auf dem Rückweg haben wir Pause gemacht bei Moten, ein Gasthof quer gegenüber der kleinen Kapelle. Es war sehr voll, aber eine entspannte Wochenendstimmung. Wir hatten Hühnersuppe und Forelle (frisch aus dem eigenen Teich), beides ausgezeichnet. Die Preise waren nicht mal wesentlich teurer als in der Stadt.
Weil so viel los war an dem Tag bekamen wir dann irgendwann Gesellschaft an unserem Tisch. Da wurden sehr viel verschiedene Sachen bestellt, es sah alles großartig aus… Da unser Kellner deutsch sprach weil er in Deutschland gelebt hat konnte er uns alles auf der Karte erklären, sehr praktisch…

Teller Hühnersuppe

Paradise Center

Auf dem Rückweg sind wir dann im Paradise Center gegangen und haben uns ein bisschen umgeschaut. Das Paradise Center ist das größte Einkaufszentrum in Bulgarien und wurde 2013 eröffnet. Es gibt schon einige Ketten die wir kennen, aber auch mehrere die es in Deutschland nicht gibt. Ebenfalls ein paar interessante Einzelgeschäfte, und vergleichsweise sehr viele reine Kosmetik Läden. Ich bin nicht so ein Einkaufszentrum Liebhaber. Aber wenn man dann endlich mal ein paar Geschäfte kennenlernt die es so bei uns nicht gibt hat sich für mich der Besuch gelohnt. Nach ein wenig herumirren und Sätze wie ‘sind wir an dem Laden nicht schon 3x vorbeigekommen?’ haben wir dann auch wieder den Eingang zur U-Bahn gefunden. 

Serdika

Wir wollten an dem Tag auch noch die Gegend in der Nähe von der U-Bahnstation Serdika erkunden. Obwohl es schon Nachmittag war, war es kein Problem da alles nah beieinander liegt.
In römische Zeiten hieß Sofia ‘Serdika’ und man kann Reste von der Antiken Siedlung sehen in der Nähe von dem Parlamentsgebäude. Es ist eine riesige Fläche, teilweise überdacht mit einer gigantischen Glaskuppel. Man braucht trotz ihrer Fläche nicht sehr lange um sich das ganze anzugucken, aber verpassen sollte man es nicht. Außerhalb von Rom habe ich noch nie so eine große archäologische Fundstätte gesehen in einer Hauptstadt. 

Sofia Statue

Wenn man in der Nähe der Fundstätte kommt sieht man auch schon die Beschützerin der Stadt auf einem 12 m hohen Marmorsockel stehen. Die Statue selber ist fast 9 m hoch und wurde von dem bulgarischen Bildhauer Georgi Tschapkanow gemacht. Die Skulptur hat für einige Diskussionen und Verwirrungen gesorgt. Es wurde viel darüber geredet ob es ein Bildnis der ‘Heiligen Sophia’ ist, oder ob es eher um die ‘Heilige Weisheit’ geht. Nach langen Diskussionen mit Fachleuten waren Bildhauer und Sofias Bürgermeister dann doch überzeugt das es nicht ein Bildnis der Heiligen Sophia sein kann. Wie auch immer man es sehen möchte, Sophia selber scheint über dieser ganzen Diskussionen zu stehen und strahlt im Zentrum der Stadt.

Sofia Statue in Sofia beim Sonnenuntergang

Banja-Baschi-Moschee

Ein einsames Überbleibsel der Ottomanischen Herrschaft mitten im Zentrum von Sofia. Die Moschee wurde 1566 erbaut und ist einen der ältesten Moscheen in Europa. Der große Kuppel hat ein Durchmesser von 15 m. Es bietet Platz für 700 Gläubige beim Freitagsgebet.

Die Moschee ist nicht offiziell für Touristen geöffnet. Allerdings darf man rein außerhalb der Gebetszeiten. Selbstverständlich ist angemessene Kleidung gefragt, aber am Eingang gibt es Kopftücher und Umhänge. Schuhe zieht man aus. Die obere Etage ist für die Damen gedacht. Der Innenraum ist schlicht und schön. Es lohnt sich rein zu schauen. 

Zentralmarkthalle

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist die Zentralmarkthalle. Sie wurde 1911 in Neo-Renaissance Stil erbaut und hat eine Grundfläche von 32.000m2. Es gibt in der Markthalle nicht nur Verkaufsstände mit Nahrungsmitteln, sondern auch Kleidung, Schmuck, usw. Wir waren sehr spät am Tag da, deswegen war fast nichts mehr los.  Ich schätze das morgens mehr Trubel ist. Wir haben trotzdem einen Kaffee getrunken und was gegessen. Sogar hier kann man sich im Kellergeschoss Reste der alten römischen Festungsmauer von Serdika angucken.  

Mineralwasserquellen

Wenn man von der Banja-Baschi-Moschee durch den kleinen Park links am zentralen Mineralbad (heute das Historische Museum von Sofia) vorbei geht, sieht man einen nicht sehr charmanten Platz wo viele Menschen mit Plastikflaschen oder Kanister hin laufen. Da befindet sich eine Mineralwasserquelle wo das Wasser mit 46 C raus sprudelt. Wenn man bulgarisch kann, kann man sogar lesen welche Mineralien in welcher Zusammensetzung enthalten sind. Es ist nur eine der vielen Quellen in Sofia und Bulgarien. 

Kirche des Heiligen George Rotunda 

Rotunda Kirche und römische reste in Sofia

Wenn eines der ältesten erhaltene Gebäuden in Sofia im Weg ist…dann baut man einfach drum rum. Deswegen liegt die Kirche heutzutage im Innenhof des Präsidenten Amtssitzes, des Sofia Hotel Balkan, und einiger Geschäfte. Die Frühchristliche Kirche stammt noch aus der Zeit des römischen Kaisers Konstantin. Obwohl das Gebäude aus dem 4. Jahrhundert ist, sind die älteste Malereien die noch erhalten sind aus dem 10.Jahrhundert. Man kann meistens rein, obwohl es auch täglich Messen gibt. Die Malereien sind beeindruckend, umso mehr wenn man bedenkt wie alt sie sind. Sie sind teilweise allerdings nicht so gut erhalten. Direkt neben der Kirche findet man weitere Reste der römischen Zeit, unter anderem Überbleibsel einer Basilika und einer römischen Straße. 

Regierungsgebäude Sofia

Alexander Newski Kathedrale

Detail Alexander Newski Kathedrale ins Sofia, außen

Am nächsten Morgen haben wir uns zeitig auf den Weg gemacht zur Alexander Newski Kathedrale. Es war ein wunderbar sonnigen Sonntagmorgen, deswegen sind wir die Strecke vom Hotel Niky (1,5 km) zu Fuß gegangen. 

Die Kathedrale wurde zwischen 1904 und 1912 gebaut als gewaltiges Monument und Dank für die russischen Soldaten die ihr Leben verloren haben im Krieg gegen die Osmanische Herrschaft. Das Gebäude wurde zum größten Teil aus Spenden der bulgarischen Bevölkerung errichtet. Schon alleine die Größe ist beeindruckend, etwa 5000 Leute können an einer Messe teilnehmen… Damit ist die Alexander Nevski Kathedrale die fünftgrößte in Europa. Der Glockenturm ist 53 m hoch und bis vor ein paar Jahren wurden die Glocken noch von Maria Sabowa geläutet. Mittlerweile ist sie über 90 und Nachfolgerinnen haben die Arbeit übernommen. Einen interessanten Artikel darüber findet ihr hier

Chor der Alexander Nevski Kathedrale

Von Weitem locken schon die goldene Kuppeln im Sonnenlicht. Wir wollten unbedingt zeitig da sein zur Messe (Sonntag ab 9.00 Uhr), wenn man Glück hat singt nämlich der Chor. Außerdem war jetzt auch die ganze Beleuchtung eingeschaltet, was auch nicht immer der Fall ist. Nur so kann man die ganze Pracht vom Raum erleben. In der orthodoxen Kirche kann man während der Messe reinkommen und rausgehen wie man will. Es wird nicht von einem erwarten pünktlich vom Anfang bis Schluss da zu sein. Da es keine Bänke gibt in einer orthodoxe Kirche muß man sich auf ein wenig stehen gefasst machen. Der Chorgesang ist es aber absolut wert. Wir hatten eine ähnliche Erfahrung auch schon in St.Petersburg (siehe: Ein Kirchen- und Opernmarathon in Sankt Petersburg) gemacht, die Stimmen sind großartig und man ist kurz wirklich in einer anderen Welt. 

Man darf in der Kirche nicht fotografieren, und es wird sehr darauf geachtet dass man sich daran hält und angemessen verhält. Was ich sehr angenehm fand, weil man muß immer im Blick behalten: Es ist zwar ein Touristen Hotspot, aber an erster Stelle ist es ein Gotteshaus wo Menschen hinkommen zum beten usw. Sightseeing während der Messe ist auch nicht gerne gesehen, deswegen während der Liturgie besser nicht dauernd rumlaufen. 

Interessant ist auch noch das die Ikonostase aus italienischem Marmor ist, normalerweise ist eine Ikonostase aus Holz geschnitzt. Die Kronleuchter wurden alle in München gemacht und wiegen bis zu 2500 kg

In die Kirche selber kann man umsonst rein. Nur für die Krypta,  muß man Eintritt zahlen (6 lv, am Donnerstag 5 lv/2021). In der Krypta befindet sich eine der bedeutendsten Ikonen Sammlungen weltweit und ist Teil vom Nationalmuseum.

Das Kulturviertel

Russische Kirche

Nach der bombastischen Nevski Kathedrale sieht die russische Kirche sehr klein aus. Dafür überbietet sie die Kathedrale was Eleganz betrifft. Die russische Kirche liegt nicht weit von der Kathedrale, neben dem naturwissenschaftlichen Nationalmuseum. Man erkennt sie leicht an den fünf Türmchen mit Goldkuppel. Auch der Innenraum ist ein Besuch wert. 

Die Kirche ist nicht nur namentlich russisch, sondern gehört auch dem russischen Patriarchat an. Wenn man den Innenraum besichtigen möchte sollte man bedenken das es in der russisch orthodoxen Kirche üblich ist als Frau ein Kopftuch zu tragen. Wenn man Glück hat findet gerade eine Hochzeit statt und kann man trotzdem einen Blick reinwerfen…Diese Zeremonie ist ganz besonders, vor allem das Aufsetzen der Kronen beim Brautpaar ist ein Anblick den man nicht schnell vergisst. 

Grand Hotel Sofia

Orangefarbene Beeren gegen blauer Himmel mit 2 Lanternen in Sofia

Danach war es erstmal Zeit für eine kleine Pause. Es wurde langsam schon warm in der Stadt, deswegen haben wir uns auf der überdachte Terrasse vom Grand Hotel Sofia hingesetzt. Das fünf sterne Hotel hatte schon Gäste wie Pierce Brosnan, John Travolta, Scarlett Johansson, Boris Becker, und viele mehr. Das Hotel tut das gerne auf der Terrasse schon kund, wir saßen beim Foto von Ryan Gosling. Der Kaffee war gut, klar zahlt man ein bisschen mehr als sonstwo in Sofia, aber alles im Rahmen. Die Terrasse ist angenehm und schön begrünt. 

Nationalgalerie: Der Fürstenpalast

Jetzt war es erstmal Zeit für einen Museumsbesuch.  Ein kleiner Museumsmarathon. Die Nationalgalerie hat verschiedene Standorte und Ausstellungen, man schafft nicht alle an einem Tag.

Sofia National Galerie Fürstenpalast

Vom Grand Hotel Sofia gingen wir durch den Park zur gegenüberliegende Seite wo der ehemaligen Fürstenpalast liegt. Das Gebäude wurde neu gestaltet von dem Wiener Architekten Viktor Rumpelmayer, im Auftrag vom ersten bulgarischen Fürsten nach der osmanischen Besetzung, Alexander 1. von Battenberg. Später wurde noch angebaut und umgebaut, ua durch Fürst Ferdinand 1. von Sachsen-Coburg-Gotha. 

Heutzutage gibt es in dem Palast temporäre Ausstellungen von bulgarischen und ausländischen Künstlern. Schon die Räume an sich sind teilweise einen Besuch wert. Bei den Gemälden waren wir ein bisschen zwiegespalten. Es gab sehr interessante und schöne Werke, aber auch einige die wir nicht sehr interessant fanden. Aber das ist natürlich immer auch geschmacksache. Zum Glück ist das Museum insgesamt nicht so groß, was uns Zeit ließ für das nächste Museum, das Kvadrat 500. Eintritt für den Fürstenpalast ist 6 lv (2021)

Nationalgalerie Kvadrat 500

Das Kvadrat 500 ist der neueste und größte Standort der Nationalgalerie und liegt direkt neben der Alexander Nevski Kathedrale. Die Kollektion umfasst etwa 1700 Werke (aus einem Fundus der 42.000 Werke hat…) die in 28 Räume auf 4 Ebenen ausgestellt werden. Keine Frage dass man das nicht in einem Stündchen schafft. Wir sind deswegen auch kläglich gescheitert uns alles an zu gucken. Nichtsdestotrotz darf man dieses Museum nicht verpassen wenn man sich für Kunst interessiert. Es gibt nicht nur Gemälde in ausgezeichneter Qualität, sondern auch eine Übersicht über die Entwicklung von der Malkunst in Bulgarien.

Wir haben uns bei unserem Besuch konzentriert auf bulgarische Kunst, weil man das außerhalb von Bulgarien doch eher selten sehen kann. Es gibt aber auch eine Abteilung mit Europäischer Kunst und eine Abteilung mit Kunst aus Asien, Afrika, und Amerika. Auf jeden Fall sollte man sich einige Gemälde von Vladimir Dimitrov-Majstora angucken, eine Art Nationalheld der Malerei in Bulgarien. Eintritt für Kvadrat 500 kostet 10 lv (2021), ich glaube das teuerste Museum was ich in Bulgarien besucht habe, sollte man sich aber gönnen…

Der Frauenmarkt oder ‘Zhenski Pazar’

Nach einer kurzen Erholungspause neben dem Kvadrat 500 bei La Cattedrale (wo man von der Terrasse eine wunderbare Aussicht auf die Kathedrale hat), sind wir zum Frauenmarkt gelaufen. 

Der Frauenmarkt liegt schräg hinter der Zentralmarkthalle. Er ist der älteste Markt in Sofia und entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Bis heute gibt es Obst, Gemüse, Kleidung, Haushaltsware, Keramik, Nüsse, Gewürze usw. zu kaufen. Man findet leicht schöne Mitbringsel. Was man auf jeden Fall probieren sollte sind bulgarische Tomaten, der Geschmack ist fantastisch… 

Natürlich gibt es auch einige Touristen, aber es fühlt sich trotzdem an wie ein Markt der sich an Einheimische richtet. Es ist viel los und es macht Spaß sich da treiben zu lassen, auch wenn man nichts kauft. 

Schlüsselmacherladen in Sofia

Beste Pizza in Sofia: Franco’s Pizza 

Wir hatten am Tag vorher schon in einer Seitenstraße von Vitosha Franco’s Pizza entdeckt und wollten das jetzt mal ausprobieren. Leider waren alle Tische schon besetzt, aber wir durften auf einer Bank draußen Platz nehmen und warten. Das haben wir auch gemacht, und es dauerte gar nicht so lange bis wir einen Tisch bekommen haben. 

Das Lokal ist ziemlich klein, aber nett eingerichtet. Das beste an dem Lokal: Die Speisekarte ist sehr übersichtlich, aber die Pizzen sind großartig… Ich habe wirklich selten so eine leckere Pizza gegessen… Ich hatte Pizza Genovese gewählt, mit Artischocke und Pistazien…göttlich… Die Pizzen kosten alle etwa zwischen 7 und 10 lv. 

Das warten lohnt sich also auf alle Fälle… Es ist aber auch sehr wahrscheinlich das man warten muß, da wir oft eine Schlange draußen gesehen haben als wir zufälligerweise vorbeigegangen sind. Was mir auch sehr gut gefallen hat: es ist bunt durchmischt, Touristen/Einheimische, Junge Leute/Alte Leute und alles dazwischen. 

Der Kulturpalast am Abend

Nachdem wir noch ein bisschen über Vitosha geschlendert sind haben wir auch noch die letzte paar Meter weiter geschafft bis zum Kulturpalast. So richtig einladend finde ich das Gebäude nicht. Aber das Gebäude bietet mit circa 11.000m2 Ausstellungsfläche, 15 Multimedia-Säle und Seminarräume, ein Theater, ein Kino, tatsächlich ausreichend Platz für Kultur.

Leider konnten wir diesmal nicht rein. Aber als es langsam dunkel wurde war es in dem Park vor dem Kulturpalast auch sehr schön. Viele Fontänen, viele Familien die es sich da gemütlich gemacht hatten, eine entspannte Stimmung. Abends ist das ganze schön beleuchtet und sieht auf einmal nicht mehr ganz so klotzig aus wie tagsüber. 

Leider mußten wir unseren letzten Abend in Sofia da beenden, da wir später am Abend den Nachtzug zur Schwarzmeerküste nehmen würden und zuerst noch unser Gepäck aus dem Hotel abholen. 

Fürs nächste Mal Sofia

Wenn man sich die Stadt und verschiedene Museen in Ruhe angucken möchte, und auch noch Zeit auf dem Berg Vitosha verbringen, braucht man auf jeden Fall drei Tage. Wir haben nicht alle Sehenswürdigkeiten geschafft in den zwei vollen Tagen die wir hatten. Außerdem wäre es schön gewesen noch ein bisschen zu bummeln und vielleicht auch mehr außerhalb vom Trampelpfad im Zentrum zu kommen. Das heben wir uns für ein nächstes Mal auf. Was wir dann gerne erleben möchten:

Im nächsten Blogpost geht es weiter zur Schwarzmeerküste!


Bulgarien Reise

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