muttergotteskirche in Varna außenansicht

Varna und Balchik: Tipps für 2 interessante Städte

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muttergotteskirche in Varna außenansicht

Varna ist eine richtige Stadt, mit seinen 350.000 Einwohnern. Balchik mit seinen 13.000 Einwohnern, würde ich dagegen eher ein Städtchen nennen. Bei beiden lohnt sich aber ein Besuch, als Ausflug, oder auch als Urlaubsziel.

Wir haben 2018 eine Rundreise in Bulgarien gemacht, und waren anschließend noch zum Entspannen an der Schwarzmeerküste, in Sveti Konstantin i Elena, um genau zu sein. Varna und Balchik haben wir als Tagesausflug besucht.

Varna 

Pinkfarbene Blume nahaufname, im Hintergrund blaetter, Varna

Varna Anreise

Wir sind von Sveti Konstantin leicht mit Bus 409 oder 109 von der Haltestelle Balkan, oder Bus 31A im Zentrum von Sveti Konstantin (neben Hotel Romance Splendid) nach Varna gekommen. Sie halten alle beim Archäologischen Museum und an/in der Nähe von der Kathedrale. Die Fahrt dauerte ungefähr eine halbe Stunde. 

Für die allgemeine Anreise zur Schwarzmeerküste schaue hier

Varna – eine überraschende Stadt

Schon zu Römerzeiten war Varna eine bedeutende Hafenstadt. Als drittgrößte Stadt des Landes, nach Sofia und Plovdiv, war sie die erste Endstation des Orient Express. Die Stadt ist grüner, entspannter und hübscher als ich mir das vorgestellt hatte. Sowohl im historischen Zentrum mit seinen Fußgängerzonen, wie auch am Wasser mit einem schönen Strand und tollem Park. Varna ist lebendig, und lädt auf vielen Terrassen zum verweilen ein.

Die Maria-Himmelfahrts-Kathedrale

Da unser Bus genau da hielt sind wir erstmal in die Kathedrale reingegangen. Es ist ein opulentes Bauwerk im Mittelpunkt der Stadt. Im Innenraum gibt es sehr schöne und bunte Wandmalereien. Leider ist es ziemlich dunkel in der Kirche, deswegen sind die Wandmalereien teilweise schwer zu erkennen. 

Die Kirche wurde 1896 gebaut und zum großen Teil aus Spenden finanziert. Als wir da waren fand gerade eine Taufe statt, eine ganze besondere Erfahrung in so einem wunderbaren Raum.  

Delfino di Moda Cafe

Danach haben wir das Zentrum von Varna ein bisschen weiter erkundet. Schöne Geschäfte und gemütliche Cafes fanden wir auf unserem Weg. Direkt neben der Hl.Nikolaus Kirche ist die Terrasse vom Delfino di Moda Cafe. Man sitzt da schön und ruhig, während im Hintergrund der Delfin Brunnen plätschert. Wir haben nur Kaffee getrunken, aber man kann da auch was essen. 

Der Meeresgarten, oder Primorski Park.

Dann noch ein paar hundert Meter weiter und man landet im Meeresgarten. Diese riesige Parkanlage wurde ab 1878 angelegt und erstreckt sich vom Hafen 4 km Kilometer entlang der Küste. Wir waren nur im aller vordersten Teil unterwegs, haben aber trotzdem die tollen Bäume und Beete geniessen können. Es gibt im dem Meerespark nicht nur eine Menge Natur, sondern auch das Naturkundemuseum, das Marinemuseum, den Zoo, das Planetarium, das Freilichttheater, und jede Menge Cafes und Restaurants.

Auf dem Weg vom Meeresgarten zu den römischen Bädern sind wir noch ein bisschen an Varna Beach lang gelaufen. Der Strand war schön breit und viel angenehmer als ich mir vorgestellt hatte. Außerdem schien hier insgesamt auch mehr Platz am Strand zu sein als in Sveti Konstantin (siehe: Der kleine Nachbar von Varna: Sveti Konstantin). 

Die römischen Bäder

Sie wurden im zweiten Jahrhundert gebaut und hatten eine Gesamtfläche von über 7000m2. Damit waren die römischen Bäder in Varna damals die größte Badeanlage auf der Balkanhalbinsel. 

Jetzt sieht man ‘nur’ noch Mauerreste, aber es ist doch recht viel erhalten. Man kann auf den vorhandenen Zeichnungen erkennen welche Räume sich wo befanden. Und das es ein Frigidarium (kalt), Tepidarium (mäßig warm), und Caldarium (warm) gab. Außerdem gab es ein Sudatorium, ähnlich wie unsere heutige Saunen. Diese wurde beheizt durch Öfen, die gleichzeitig auch angeschlossen waren an der Fußbodenheizung und Wandheizung. Reste von dem ausgeklügelten Röhrensystem kann man da bestaunen. Teilweise sind die Rohre aus Ton leider etwas lieblos aufbewahrt, aber in der Menge beeindruckend. 

Alte Röhre beim römischen Bad in Varna

Wir hatten nicht die beste Zeit für ein Besuch ausgesucht, es war nämlich am Mittag und dadurch sehr heiß. Da es nur Mauerreste gibt, die insgesamt auch nicht sehr hoch sind, gibt es kaum Schatten. Im Sommer wäre es also besser früher am Morgen hin zu gehen. 

Eintritt kostet 5 lv.(2021)  Mehr Info gibt es auf der Website vom Archäologischen Museum.

Archäologisches Museum Varna

Brüder Skorpil Skulptur vor dem Archeologischen Museum Varna

Das Museum wurde gegründet von zwei ursprünglich Tschechischen Brüdern, Karel und Herman Škorpil. Es fing 1906 klein an mit einer Ausstellung in einem Raum einer Mädchenschule. Nach und nach ist die Kollektion so gewachsen, sowohl in Menge wie auch an Wert, so das Museum 1983 umziehen konnte in das heutige Gebäude. 

Ich hatte gar nicht so viel Lust hinzugehen, weil ich mich eigentlich nicht so sehr für römische Münzen und dergleichen interessiere. Aber da es von vielen Leuten so dringend empfohlen wurde, haben wir es dann doch gewagt.

Wir haben es keinen Moment bereut. Es ist wirklich ein beeindruckendes Museum. Die Exponate sind von solcher Qualität und feine Handarbeit… Aus der Kupfersteinzeit habe ich nie so schöne und intakte Ausstellungsstücke gesehen. Diese Grabbeigaben wurden alle im westlichen Teil Varnas ausgegraben. 

Das meiste was man im Museum bewundern kann hat zu tun mit der Geschichte von Varna (damals noch Odessos), von der thrakischen Zeit über die Griechen zur Römerzeit.  Außerdem gibt es noch eine ausgezeichnete Ikonensammlung

Das Museum ist insgesamt ziemlich groß und wenn man sich alles in Ruhe angucken möchte braucht man ein paar Stunden. Leider gab es als wir 2018 da waren noch kein Cafe wo man zwischendurch mal Pause machen konnte, hoffentlich hat sich das mittlerweile geändert. Andererseits habe ich noch nie so günstig Automatenkaffee in einem Museum getrunken: Ganze 0,60 lv habe ich für mein Cappuccino bezahlt… (etwa 0,30 Euro…). Und der Innenhof ist eigentlich ganz nett zum Sitzen, könnte man schön eine Terrasse machen…

Eintritt kostet 10 lv. (2021) Mehr Info über das Museum und Öffnungszeiten: Archäologisches Museum Varna

Kaffeeautomaten in Varna Bulgarien

Balchik

Blick auf Balchik und Schloss

Balchik Anreise

Wir sind ab dem Busbahnhof in Varna gefahren damals. Ich habe leider keine aktuelle Info im Internet gefunden wie es im Moment aussieht mit Busverbindungen von Varna aus, oder sogar von Sveti Konstantin. 

Es war aber leicht am Busbahnhof am Schalter ein Ticket zu kaufen, und der richtige Bus war auch schnell gefunden. Das war ein Kleinbus der nicht mal ganz gefüllt war. 

Alternativ kann man natürlich auch einen geführten Tagesausflug buchen, das ist oft inkl. Kap Kaliakra.

Klaviertastaturmauer an der Promenade in Balchik

Balchik, eine kleine Perle an der Küste

Auch Balchik war mal wichtig als Hafenstadt, vor allem für Getreidetransport. Einen Hafen gibt es immer noch, aber er ist nicht mehr so groß und bedeutend wie früher mal. 

Im 5.Jahrhundert v.Chr. wurde das Städtchen kolonisiert von den Griechen und bekam den Namen Dionysopolis. Ganz passend, die Referenz zum Gott des Weins, an den Hängen um Balchik wird nämlich Wein angebaut. Erst im zweiten Bulgarischen Reich bekam Balchik seinen heutigen Namen. Zwischen 1913 und 1940 gehörte dieses Gebiet, wie auch Balchik zu Rumänien. Man kann heute noch ganz leicht Tagesausflüge von Constanta (Rumänien) zum Sommerschloss in Balchik buchen.

Das Städtchen ist charmant, wobei der wichtigste Teil für Touristen am, oder in der Nähe vom, Wasser liegt. Wer Sandstrände braucht ist hier nicht ganz richtig. Balchik hat aber eine schöne Promenade mit vielen Restaurants, Cafes und Hotels. 

Sommerschloss der Königin Maria

Minarett vom Schloss Balchik im Vordergrund, das Meer dahinter

Auch die Touristenattraktion Nr.1 liegt direkt an der Promenade: Das Sommerschloss der Königin Maria. Diese rumänische Königin aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha kam durch ihre Heirat mit Kronprinz Ferdinand nach Rumänien. 

Balchik hat ihr so gut gefallen das sie ab 1924 ein Schloss bauen ließ wo sie mit ihren Kinder den Sommer verbringen konnte. Das Schloss liegt wunderbar, ein bisschen erhöht, direkt am Wasser. Ein wenig befremdlich allerdings ist der Minarett artigen Turm, charmant ist der Turm aber genauso wie der Rest vom Schloss.
Das Schloss ist gar nicht so groß und fühlt sich eher wie ein richtiges Haus zum Wohnen an als das es zur Repräsentation gedacht wäre… Auch optisch würde ich es eher eine Villa nennen als ein Schloss…

Wir haben an der Kasse am Eingang ein Ticket für Schloss und Botanischen Garten gekauft und sind zuerst in das Schloss reingegangen. Man braucht nicht so lange, da es insgesamt nicht so groß ist. Die Räume sind zum größten Teil einfach wie Wohnräume eingerichtet, nur ein kleiner Teil ist hauptsächlich für Information da. Irgendwo in dem Schloss kann man ein Hologramm sehen von der Königin Maria. Dafür muß man nochmal 2 lv extra zahlen, aber für so einen Quatsch sind wir immer zu haben. Die Königin ‘erscheint’ unter einem Torbogen und erzählt kurz was. Mehr passiert nicht. War aber 2 lv wert…

Königin Maria von Rumänien Hologram

Der botanische Garten am Schloss

Danach haben wir uns den Garten angeguckt. Es geht ziemlich hoch und runter, zum Teil über unebene Treppenstufen. Wenn man also Probleme beim Gehen hat ist es etwas schwierig vom Schloss hoch zu dem Garten zu kommen. Ein Teil vom Garten ist aber behindertengerecht, also muß es auch andere Wege geben…

Seit 1955 gehört der botanische Garten zur Universität Sofia, so wie auch der Botanische Garten in Sveti Konstantin, und es wird hart gearbeitet dass er in Schuss kommt und bleibt. Der historische Kern hat seine Wurzeln in der Parkanlage die von Königin Maria angelegt wurde, mit verschiedene Ebenen, Wasserfälle usw. Weiter gibt es aber auf diese insgesamt 19,4 ha noch viel mehr zu entdecken. Es gibt viele Frühlings- und Sommerblumen, exotische Pflanzen, seltene und sehr große Bäume, ein großes Kakteenhaus, und über 4900 Pflanzensorten.

Was gibt es noch in Balchik?

In Balchik gibt es auch noch ein Ethnografisches und ein Historisches Museum. Da wir bei unserer Rundreise durch Bulgarien schon mehrere Museen in der Art besucht haben (zum Beispiel das Ethnografische Museum in Plovdiv), haben wir das in Balchik ausgelassen. 

Was man nicht auslassen sollte ist es sich bequem zu machen auf irgendeiner Terrasse an der Promenade. Wir haben einen Kaffee getrunken bei Fransis Dreyk. Das Restaurant gehört zum Hotel Mistral und ist eigentlich ein Fischrestaurant. Da wir aber am Vormittag da waren, war es noch sehr ruhig auf der Terrasse. Wir haben nur Kaffee getrunken und die Aussicht genossen. Am Abend kann man hier bestimmt sehr schön essen gehen und den Tag ausklingen lassen. 

Terrasse an der Promenade in Balchik

Varna und Balchik im Vergleich

Varna und Balchik sind beide schöne Ausflugziele. In Balchik ist die Stimmung sehr entspannt und ruhig. Wenn man einfach ein schönes Hotel möchte und in Ruhe am Strand oder Promenade den Tag verbringen ist Balchik auch prima.  Varna dagegen hat mehr Action zu bieten. Die Stadt selber ist nicht sehr unruhig oder überlaufen, aber es gibt einige Sehenswürdigkeiten, regelmäßig Veranstaltungen und Festivals, und ein reges Nachtleben. Letzteres haben wir nicht ausprobiert, aber man kann wohl teilweise direkt am Strand tanzen….

Obwohl wir auch in Sveti Konstantin einen schönen Urlaub verbracht haben, beim nächsten Mal würden wir uns eher für ein Hotel in Varna entscheiden. Varna ist eine richtige Stadt statt Urlaubs Ghetto. Nicht nur gibt es Museen und schöne Geschäfte, man kann spazieren gehen im Primorski Park und auch die Strände haben uns gut gefallen. Selbstverständlich ist in Varna auch ein bisschen mehr Trubel, aber das stört uns nicht. 

Wir haben uns einfach von der Schwarzmeerküste überraschen lassen und sind jetzt ein wenig klüger. Vielleicht geht es beim nächsten Mal dann in die Gegend von Burgas/Nessebar…


Bulgarien Reise

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